Boss RC-505MKII - Erfahrungsbericht

Highend-Looper im Tischformat

Im Oktober 2021 hat Boss neben der neuen RC-600 auch ein großes Update für seinen Tabletop-Looper RC-505 angekündigt. Die Loop Station RC-505MKII ist seit Dezember 2021 für knapp über 600 Euro zu haben und enthält einige wesentliche Neuerungen. Was bietet dir diese Loop Station und lohnt sich der Umstieg von der ersten RC-505 auf die neue Version? Wir schauen uns in diesem

Funktionsumfang und technische Daten

Die RC-505MKII ist anders als die meisten von uns bisher getesteten Loop Stations nicht im Floorboard- oder "Tretminen"-Design gestaltet, sondern ist ein Gerät, das hauptsächlich für die Verwendung auf einem Tisch gedacht ist. Dementsprechend richtet sich der Looper vor allem an Multi-Instrumentalisten und Vokalisten, nicht vorrangig an Gitarristen. In dem 42 x 23,4 x 6,7 cm großen und 1,8 Kilogramm schweren Gerät kommen 32-Bit-AD/DA-Wandler zum Einsatz, die mit 44,1 kHz arbeiten.

Auf der Oberseite des Geräts findet sich ein zentrales Display mit vier zugehörigen Drehreglern. Die RC-505MKII unterstützt die Aufnahme mit bis zu fünf parallelen Tracks, von denen jeder eigene physische Bedienelemente hat, darunter dedizierte Aufnahme/Play- und Stopp-Buttons sowie Fader für die Lautstärke des jeweiligen Tracks und eine runde Statusanzeige für den Trackstatus. Auch die Input- und Spureffekte haben bei der RC-505MKII einen eigenen Bedienelemente-Bereich mit jeweils vier Effekt-Buttons zum Aktivieren/Deaktivieren der bis zu vier gleichzeitigen Effekte und einem großen Drehregler für effektspezifische Parameter.

Bei der RC-505MKII kannst du deine Loops und zugehörige Einstellungen auf 99 Speicherplätzen ablegen. Mit 1,5 Stunden Aufnahmezeit pro Titel und 13 Stunden Gesamtaufnahmekapazität hat die Loop Station mehr als genug Platz für alle denkbaren Ansprüche. Neben der reinen Looper-Funktionalität gibt es bei der RC-505MKII 49 Input- und 53 Spureffekte. Auch ein Drumcomputer ist Teil des Funktionsumfangs und dieser hat mit ganzen 200 Rhythmuspatterns und 16 unterschiedlichen Drum-Kits einiges zu bieten.

Willst du dir schon vor dem Kauf einen Überblick verschaffen, welche Effekte und Parameter es bei der neuen Loop Station von Boss gibt, dann kannst du schon jetzt einen Blick in den online verfügbaren Parameterguide im PDF-Format werfen. Auszugsweise gibt es bei der RC-505MKII zum Beispiel diese Effekte:

  • High-Pass-Filter
  • Low-Pass-Filter
  • Flanger
  • Radio-Stimme
  • Roboter-Stimme
  • Pitch Bend
  • Gitarren-Preamp
  • Distortion
  • Tremolo
  • Vibrato
  • Delay

Ein- und Ausgänge

In Sachen Konnektivität muss sich die RC-505MKII wirklich nicht verstecken. Im Grunde gibt es hier dieselbe Ausstattung wie bei der zeitgleich angekündigten RC-600. Es stehen zwei XLR-Mikrofonanschlüsse mit 48-V-Phantomspeisung zur Verfügung, daneben zwei Stereo-Instrumenteneingänge im 6,3-mm-Klinkenformat. An Ausgängen gibt es beim RC-505MKII-Looper gleich drei Stereo-Klinkenausgänge (Main, Sub1, Sub2), die über den linken Kanal auch als Mono-Ausgänge verwendet werden können. Praktisches Detail: Über die Softwareeinstellungen am Gerät können die sechs Klinkenbuchsen der drei Stereoausgänge auch als dedizierte Mono-Ausgänge für die einzelnen Tracks konfiguriert werden. Daneben gibt es auch noch einen 6,3-mm-Klinkenausgang für deine Kopfhörer.

Auf einen XLR-Ausgang musst du bei der RC-505MKII übrigens leider genau wie bei der RC-600 verzichten. Dafür hat das Gerät aber einen regulären MIDI-Ein- und -Ausgang und zwei große Klinkenanschlüsse für externe Fußschalter oder Pedale. Über den ebenfalls auf der Stirnseite vorhandenen USB-B-Anschluss kannst du die Loop Station an einen PC oder Mac anschließen. Hierzu gibt es dann die auch von anderen Boss-Geräten bekannte kostenlose Tone-Studio-Anwendung, die es dir erlaubt, Backups deiner Loops zu erstellen und Einstellungen zu verwalten. Der USB-Anschluss kann auch als USB-Audiointerface fungieren und MIDI-Signale zwischen deiner DAW und der Loop Station austauschen.

Noch einmal zusammengefasst hat die RC-505MKII also folgende Anschlüsse:

  • 2x XLR-Mikrofoneingang mit 48-V-Phantomspeisung
  • 2x Instrumenteneingang (R+L/Mono, große Klinke)
  • 3x Stereo-Ausgang (Main/Sub1/Sub2, R+L/Mono, große Klinke)
  • 1x Kopfhörerausgang (große Klinke)
  • 2x Anschluss für externe Fußschalter oder Expression-Pedale
  • 1x MIDI-Eingang
  • 1x MIDI-Ausgang
  • 1x USB-B-Anschluss
  • 1x Netzanteilanschluss (Netzteil im Lieferumfang enthalten)
  • 1x Anschlussmöglichkeit für Kensington-Schloss
  • 1x Erdungsanschluss

Drumcomputer

Ein Highlight der RC-505MKII ist ohne Zweifel der integrierte Drumcomputer. Dieser kann mit gleich 200 unterschiedlichen Rhythmuspatterns aufwarten. Jedes Rhythmuspattern hat vier Variationen, außerdem kann für jedes Pattern auch eines von 16 Drum-Kits verwendet werden, wodurch sich der Sound des Drumcomputers stark an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt. Ein besonderer Clou: Über eine Verbindung per USB-Anschluss zum PC oder Mac lassen sich auch selbst generierte Rhythmuspatterns auf das Gerät aufspielen.

Die folgenden Drum-Kits gibt es bei der RC-505MKII:

  • STUDIO
  • LIVE
  • LIGHT
  • HEAVY
  • ROCK
  • METAL
  • JAZZ
  • BRUSH
  • CAJON
  • DRUM&BASS
  • R&B
  • DANCE
  • TECHNO
  • DANCE BEATS
  • HIPHOP
  • 808+909

Du erhältst mit der RC-505MKII einen durchdachten und vielfältigen Drumcomputer. Wir finden, dass der Sound wie von Boss gewohnt hochwertig und professionell ist.

Bedienung

Bei modernen Loopern und Effektgeräten hat sich mittlerweile scheinbar eine Bedienung per LC-Display und zugehörigen Drehreglern durchgesetzt, über die sich Werte am Display ändern lassen. Auch bei der RC-505MKII kommt dieses Bedienkonzept wieder zum Einsatz. Darüber hinaus gibt es aber für jeden Track eigene physische Bedienelemente. Das ist bei anderen Loopern mit so vielen parallelen Spuren nicht unbedingt selbstverständlich. Bei der ebenfalls ab Dezember 2021 erhältlichen RC-600 von Boss beispielsweise gibt es nur genug Bedienelemente für drei Spuren, obwohl das Gerät sechs Spuren unterstützt. Daher musst du in diesem Fall dann immer erst über einen zusätzlichen Knopf die Belegung der Bedienelemente umschalten. Genau dieses Umschalten entfällt dankenswerterweise bei der RC-505MKII, was uns sehr gut gefällt.

Insgesamt fälltdie Bedienung bei der RC-505MKII unserer Meinung nach ähnlich wie beim Vorgängermodell sehr direkt und angenehm aus. So gibt es neben den bereits erwähnten dedizierten Bedienelementen für jeden Track auch entsprechende Bedienelemente für die Eingangs- und Track-Effekte, mithilfe derer du vier ausgewählte Effekte ein- und ausschalten sowie über einen großen Drehregler wichtige Parameter des Effekts direkt anpassen kannst. Eine Bedienung per Fuß ist zwar nicht direkt vorgesehen, durch die Möglichkeit, externe Fußtaster, Pedale und MIDI-Equipment anzuschließen, lässt sich aber doch einiges mit etwas mehr Aufwand auch auf Fußbedienung umschalten.

Auf der Oberseite des Geräts finden sich neben den bisher beschriebenen Bedienelementen auch noch Buttons für das gleichzeitige Starten oder Stoppen aller Tracks, ein Tap-Tempo-Button sowie ein Undo/Redo-Button mit flexibler Mark-Back-Funktionalität. Bei der Mark-Back-Funktionalität lässt sich ein Overdub per Tastendruck als Ziel markieren, auf das der Zustand des Tracks zurückgesetzt wird, sobald ein Undo durchgeführt wird.

Was die Dokumentation angeht, so wird Boss bei der RC-505MKII einmal mehr seinem guten Ruf gerecht. Du kannst dir auf der Website von Boss das ausführliche Handbuch durchlesen. Ein zusätzlicher Parameterguide enthält Tabellen mit allen möglichen Einstellungen und Funktionen.

Vergleich zum Vorgängermodell (RC-505)

Optisch hat sich auf den ersten Blick bei der neuen RC-505MKII gegenüber der von uns bereits vor einigen Jahren angetesteten RC-505 nicht allzu viel getan. Das Gerät präsentiert sich weiterhin in einem schwarzen Kunststoffgehäuse mit roten und grünen Akzenten und direkten Bedienelementen für Spuren und Effekte. Bei genauerem Hinsehen ist die RC-505MKII jedoch ein deutliches Upgrade im Vergleich zum Vorgänger. Zu den Änderungen auf der Oberseite des Geräts gehört ein größeres Display und dass es statt jeweils drei Effektknöpfen für Input- und Track-Effekte nun vier gibt. Die Level-Fader wurden bei der RC-505MKII gegenüber dem Vorgänger deutlich verlängert und wirken den bisher veröffentlichten Bildern nach zu urteilen etwas hochwertiger.

Die größten physischen Veränderungen gibt es bei den Anschlüssen auf der Stirnseite des Geräts. Während du dich bei der bisherigen RC-505 mit einem XLR-Mikrofoneingang und einem Stereo-Instrumenteneingang begnügen musst, kannst du dich bei der RC-505MKII auf zwei XLR-Eingänge und zwei Klinkeneingänge für Instrumente freuen. Auch bei den Ausgängen hat sich Boss bei seiner RC-505MKII nicht lumpen lassen. Statt wie bisher nur einen Stereo-Klinkenausgang gibt es nun gleich drei Stereo-Klinkenausgänge. Leider ist dafür aber der Aux-Eingang weggefallen, den es beim Vormodell gab. Anders als bisher gibt es bei der neuen RC-505MKII nun zwei Anschlüsse für externe Fußschalter oder Pedale statt einem.

Doch auch im Inneren hat sich bei der RC-505MKII gegenüber der alten RC-505 einiges verändert. So ist die Auswahl an Rhythmuspatterns von 85 auf 200 gestiegen und damit mehr als verdoppelt worden. Statt 26 Input- und Spureffekten gibt es nun 49 Input- und 53 Spureffekte. Die maximale Aufnahmezeit wurde sogar gleich um stolze 10 Stunden erhöht. Gleich geblieben ist hingegen die Anzahl verfügbarer Speicherplätze. Bei beiden Geräten stehen 99 Plätze zur Verfügung, um Loops mit zugehörigen Effekteinstellungen abzuspeichern.

Insgesamt sind die Änderungen aus unserer Sicht groß genug, dass es kaum einen Sinn ergeben dürfte, jetzt noch die alte RC-505 zu kaufen statt der neuen RC-505MKII.

Fazit

Die RC-505MKII ist eine für Fortgeschrittene und Profis geeignete Loop Station mit fünf Tracks und einer beeindruckenden Anzahl an durchdachten Features. Sehr gut gefällt uns das durch zahlreiche Bedienelemente sehr direkte Bedienkonzept des Geräts. Auch für bisherige Besitzer der RC-505 dürfte sich das Upgrade auf die RC-505MKII durchaus lohnen, da sich besonders bei den Anschlüssen und dem Drumcomputer einiges getan hat.

Falls dir fünf Tracks noch nicht genug sind oder dir ein Looper im Desktop-Format nicht so recht zusagt, dann kannst du dir auch einmal die zeitgleich zur RC-505MKII herausgekommenen RC-600 ansehen, die noch einen Track mehr aufnehmen kann.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen subjektiven Erfahrungsbericht. Wir haften nicht für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der angegebenen Informationen auf denen von uns verlinkten Seiten. Bestimmte Inhalte, die auf dieser Website angezeigt werden, stammen von Amazon. Diese Inhalte werden ‚wie besehen‘ bereitgestellt und können jederzeit geändert oder entfernt werden.

Autor: Loopstation Team
Veröffentlicht am: 14.11.2021
Zuletzt aktualisiert: 14.11.2021

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