Boss RC-500 Loop Station - Test & Erfahrungsbericht

Loop Station mit zwei Tracks, gutem Drumcomputer und MIDI-Konnektivität

Das Boss RC-500 ist der große Bruder des RC-5, das wir bereits in einem separaten Erfahrungsbericht vorgestellt haben. Was kann das seit Kurzem auf dem Markt erhältliche Gerät? Was unterscheidet diese Loop Station vom RC-5 und was macht sie besser oder schlechter als das nur wenige Euro günstigere RC-10R? Wir sagen es dir in unserem Erfahrungsbericht.

Funktionsumfang und technische Daten

Das RC-500 ist wie das RC-5 eine Loop Station mit 32-Bit-Signalverarbeitung, kommt aber in einem anderen Design mit deutlich mehr Knöpfen daher. Die Abmessungen des Geräts betragen 17,3 x 13,8 x 6,2 cm und es hat ein Gewicht von 950 Gramm mit Batterien, sodass es sich noch gut im Gigbag oder Rucksack transportieren lässt. Das RC-500 kann sowohl über ein 9-V-DC-Netzteil als auch über 4 AA-Batterien betrieben werden, die sich in ein Fach an der Unterseite der Loop Station einsetzen lassen. Das Netzteil ist (wie bei vielen anderen Loop Stations) leider nicht im Lieferumfang enthalten und muss separat erworben werden. Dafür befinden sich 4 AA-Batterien im Lieferumfang, sodass direkt auch ohne Netzteil gestartet werden kann.

Ein wesentlicher Unterschied des RC-500 im Vergleich zum RC-5 ist, dass das RC-500 die gleichzeitige Verwendung von zwei Tracks ermöglicht, die sowohl synchronisiert als auch unabhängig voneinander laufen können. Gleich ist hingegen der Speicherplatz: Bei beiden Geräten gibt es 99 Speicherplätze für Phrasen und beide Geräte können insgesamt 13 Stunden Audio in Stereo aufnehmen. Neben einem integrierten Drumcomputer bietet das RC-500 auch die folgenden Loop-Effekte:

  • BEAT REPEAT: Wiederholt den Track passend zum Takt
  • BEAT SHIFT: Shiftet den Sound auf die Länge des Taktes
  • BEAT SCATTER: Scatter-Effekt
  • VINYL FLICK: Simuliert das Anfassen eines Turntables
  • REVERB: Ein Reverb-Effekt (nur für den Rhythmus)
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Wie auch beim RC-5 hat Boss dem RC-500 die neue Generation seines Displays verpasst. Dabei handelt es sich um ein LC-Display mit einer farbigen Hintergrundbeleuchtung, deren Färbung den aktuellen Modus des Geräts verrät. Neben dem Display hat das RC-500 an seiner Oberseite zwei Schieberegler, die die Lautstärke der beiden Tracks festlegen. Rechts neben dem Display befinden sich zwei Drehregler, die für das Einstellen von Werten auf dem Display und das Level des Mikrofoneingangs zuständig sind. Unterhalb des Displays befindet sich eine Reihe mit neun kleinen Knöpfen, über die sich diverse Einstellungen vornehmen lassen.

Gut gefällt uns am Design des RC-500, dass es trotz seiner Größe noch einen Batteriebetrieb ermöglicht, was nicht unbedingt selbstverständlich ist. Trotzdem hätte es uns besser gefallen, wenn das Gerät nicht auf normale AA-Batterien, sondern auf einen aufladbaren Akku gesetzt hätte. Wen das stört, kann sich alternativ aufladbare AA-Akkus kaufen.

Ein- und Ausgänge

Das RC-500 hat im Prinzip die gleichen Ein- und Ausgänge wie das RC-5, mit dem Unterschied, dass das RC-500 zusätzlich noch einen XLR-Mikrofoneingang zur Verfügung stellt. Der Mikrofoneingang bietet eine zuschaltbare Phantomspeisung für z.B. Kondensatormkrofone an. Für das Anschließen der primären Audioquelle beziehungsweise deines Instruments hat das RC-500 zwei große 6,3mm Klinkeneingänge, die zusammen als Stereoeingang verwendbar sind, aber auch Mono über die A-Buchse unterstützen.

Über eine große Klinkenbuchse kannst du zudem externe Fußschalter oder Pedale anschließen. Für eine noch viel größere Steuerungsvielfalt sorgen die ebenfalls vorhandenen MIDI-Anschlüsse. Diese sind im Format zweier kleiner Klinken gehalten, von denen eine für den Eingang und eine als Ausgang fungiert. Falls du bisher nur Geräte mit herkömmlichen MIDI-Anschlüssen verwendet hast, wirst du dir für das RC-500 daher ein Adapterkabel besorgen müssen.

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Auf der Ausgangsseite bietet das RC-500 genau wie das RC-5 lediglich einen Stereo/Mono-Ausgang im Format zweier großer Klinkenbuchsen. Für die Verbindung mit einem PC oder Mac hat das Gerät einen USB-Micro-B-Anschluss (warum im Jahr 2020 kein USB-C Anschluss verbaut wird, ist uns fraglich). Ansonsten gibt es nur noch einen Anschluss für das separat erhältliche 9-V-DC-Netzteil, über den sich das Gerät ebenfalls betreiben lässt.

Noch einmal zusammengefasst hat das Gerät also folgende Anschlussmöglichkeiten:

  • Stereo/Mono-Eingang: 2 x 6,3 mm Klinkenanschlüsse (A/Mono + B)
  • Stereo/Mono-Ausgang: 2 x 6,3 mm Klinkenanschlüsse (A/Mono + B)
  • Mikrofoneingang: XLR-Anschluss (optional mit Phantomspeisung)
  • MIDI: 2 x 3,5 mm Klinkenanschlüsse (Input + Output)
  • CTL-Anschluss für Fußschalter/Pedal: 1x 6,3 mm Klinkenanschluss
  • USB: USB-Micro-B-Anschluss
  • Netzteilanschluss: (Standard) 5,5 x 2,1 mm Hohlstecker (9 V DC)

Der Drumcomputer

Das RC-500 hat neben seiner Looper-Funktionalität einen Drumcomputer integriert. Dieser bietet 57 unterschiedliche Rhythmus-Patterns und 16 verschiedene Drumkits, was ein deutliches Ugrade zu den sieben Drumkits des RC-5 darstellt. Jedes Rhythmus-Pattern hat beim RC-500 eine A- und eine B-Variante. Außerdem lassen sich die Parts des Drumkits einzeln an- und abschalten. Der Drumcomputer erlaubt das Einstellen eines quasi beliebigen Taktes und passt das jeweilige Pattern dementsprechend an. Jedes Pattern kann mit jedem der 16 unterschiedlichen Drumkits verwendet werden.

Der Sound des Drumcomputers ist wie auch beim RC-5 unserer Meinung nach sehr gut. Die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten sorgen beim RC-500 dafür, dass du die Rhythmus-Patterns gut auf deine eigenen Bedürfnisse anpassen kannst und der Sound nicht so schnell langweilig wird.

Die Bedienung

Die Bedienung des RC-500 profitiert vom neuen Boss-Display, das über seine farbige Hintergrundbeleuchtung sofort kenntlich macht, in welchem Modus sich das Gerät befindet. Die grundlegende Bedienung des Geräts finden wir größtenteils intuitiv. Anders als das kleinere RC-5 bietet das RC-500 jedoch deutlich mehr "versteckte" Einstellungsmöglichkeiten, für die du eventuell schon das eine oder andere Mal die Bedienungsanleitung hervorkramen musst.

Das Display zeigt wie auch beim RC-5 folgende Farben an, die für jeweils unterschiedliche Modi des Geräts stehen:

  • Blau: Der gewählte Speicherplatz ist noch frei.
  • Rot: Es findet eine Aufnahme statt.
  • Grün: Der aktuelle Loop wird wiedergegeben.
  • Gelb: Ein Overdub wird aufgenommen.
  • Weiß: Der gewählte Speicherplatz ist bereits belegt.

Die Bedienung der Loop Station im Stehen ermöglichen drei Fußtaster an der Oberseite des Geräts. In der Standardeinstellung wird der erste Fußtaster je nach Art des gewählten Speicherplatzes für das Starten einer Aufnahme oder der Wiedergabe des Loops verwendet. Der Fußschalter in der Mitte stoppt die Aufnahme oder die Wiedergabe, während der rechte der drei Fußschalter die Auswahl des jeweiligen Tracks erlaubt.

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Die beiden Tracks eines Loops können jeweils über einen eigenen Schieberegler in der Lautstärke angepasst werden. Zwei kleine Knöpfe unterhalb dieser Regler ermöglichen das schnelle Editieren des jeweiligen Tracks. Mittels zwei kleiner Lämpchen über diesen Track-Knöpfen wird angezeigt, in welchem Modus sich die Tracks befinden. Dabei kommt die gleiche Farbcodierung zum Einsatz, die auch das LC-Display verwendet. Ist einer der Tracks angewählt, so blinkt das zugehörige Lämpchen zusätzlich.

Ein besonderer Clou des RC-500 gegenüber dem RC-5, der uns sehr gut gefällt: Die Fußschalter lassen sich in den Einstellungen des Geräts selbst so belegen, wie es dir am besten gefällt. Das ermöglicht einen sehr hohen Grad der Anpassung an die eigenen Bedürfnisse, besonders auch im Zusammenspiel mit externen Fußtastern und MIDI-Geräten, worauf wir gleich noch zu sprechen kommen.

Externe Fußschalter/Pedale, MIDI- und PC-Verbindung

Die Bedienungsmöglichkeiten des RC-500 lassen sich über den CTL-Anschluss auf der Rückseite durch separat erhältliche Fußschalter beziehungsweise Pedale erweitern. Das ermöglicht dir das bequeme Verwenden weiterer Funktionen im Stehen. Und für diejenigen, für die das noch nicht ausreicht, lässt sich das RC-500 auch per MIDI-Verbindung steuern und in umfangreichere Setups einbauen. Beispielsweise lässt sich der Looper so auch direkt über ein MIDI-Keyboard steuern. Auch denkbar, dass ganze Ableton Live Sessions von der RC-500 gesteuert werden - oder eben anders herum. Jede einzelne Funktion des Geräts lässt sich über MIDI ansteuern.

Wie von anderen Boss-Geräten bekannt, gibt es auch beim RC-500 einen USB-Anschluss, über den die Loop Station mit einem PC oder Mac verbunden werden kann. Zu diesem Zweck hält Boss die sogenannte Tone-Studio-Software bereit, die das Sichern und Aufspielen von Loops im WAV-Format ermöglicht.

Falls du noch mehr über die diversen Anpassungsmöglichkeiten wissen willst, die dir das RC-500 bietet, so kannst du dir vorab auch schon die von Boss online bereitgestellte Bedienungsanleitung ansehen oder einen Blick in den Parameter-Guide im PDF-Format werfen.

Boss RC-500 im Vergleich zum RC-10R

Das RC-500 hat einiges gemeinsam mit dem RC-10R von Boss. Beide Geräte bieten zwei Tracks, 99 Speicherplätze für Phrasen, haben einen Drumcomputer mit 16 Drumkits und hochwertige 32-Bit-Signalverarbeitung. Das abschließende "R" in RC-10R steht für "Rhythmus", und genau das ist auch der Fokus des RC-10R. Dementsprechend hat das RC-10R mit seinen 280 Patterns auch deutlich mehr Rhythmus-Vielfalt mit an Bord als das RC-500.

Das RC-500 besticht im Vergleich mit dem RC-10R vor allem durch eine ungleich größere Aufnahmekapazität von 13 Stunden gegenüber 6 Stunden beim RC-10R. Einen XLR-Mikrofoneingang suchst du beim RC-10R vergeblich und auch ein Batteriebetrieb ist nur beim RC-500 vorgesehen. Außerdem gefällt uns persönlich die Bedienung beim RC-500 besser. Das RC-10R ist also vor allem für dich interessant, wenn dir der Drumcomputer das wichtigste Feature eines Loopers ist. Für so gut wie alle anderen würden wir eher das RC-500 empfehlen. Gerade die Möglichkeit ein Mikrofon anzuschließen, um so Gesang / Beatbox / Percussion oder Akustikgitarre aufzunehmen, gefällt uns gut.

Fazit

Das Boss RC-500 ist unserer Meinung nach eine gelungene Mittelklasse-Loop-Station, die einen guten Drumcomputer und hochwertige 32-Bit-Signalverarbeitung bietet. Besonders gut gefällt uns an dem Gerät das neue Boss-Display mit farbcodierter Hintergrundbeleuchtung, was die Bedienung im Vergleich zu Vorgängermodellen um einiges vereinfacht. Mit 99 Speicherplätzen und 13 Stunden Aufnahmekapazität stößt du beim Aufnehmen kaum an irgendwelche Grenzen. Ein tolles Feature ist auch die freie Belegbarkeit der integrierten Fußschalter.

Wer etwas weniger Geld ausgeben möchte, der kann sich auch das RC-5 anschauen, den kleinen Bruder des RC-500. Für den kleineren Preis bekommst du beim RC-5 im Prinzip die gleiche Soundengine in einem kompakteren Gehäuse. Dafür musst du dann allerdings auf den Mikrofonanschluss verzichten und mit nur einem Track vorliebnehmen. Wenn dir besonders Wenn dir besonders ein guter Drumcomputer wichtig ist, könnte auch das RC-10R eine Alternative für dich darstellen.

Insgesamt ist das RC-500 eine grundsolide Loop Station für Anfänger bis Fortgeschrittene, die zu ihrem Preis kaum Wünsche offenlässt. Das RC-500 ist eine gute Wahl für diejenigen, die eine Loop Station mit zwei separaten Tracks, MIDI-Funktionalität und Mikrofoneingang suchen.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen subjektiven Erfahrungsbericht. Wir haften nicht für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der angegebenen Informationen auf denen von uns verlinkten Seiten. Bestimmte Inhalte, die auf dieser Website angezeigt werden, stammen von Amazon. Diese Inhalte werden ‚wie besehen‘ bereitgestellt und können jederzeit geändert oder entfernt werden.

Autor: Loopstation Team
Veröffentlicht am: 2020-12-15
Zuletzt aktualisiert: 2020-12-15

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