Boss RC-10R Loop Station - Test & Erfahrungsbericht

Kompakte Loop Station mit gutem Drumcomputer

Die Loop Station RC-10R von Boss bietet in einem kleinen und leichten Gehäuse neben ihrer Looper-Funktionalität einenDrumcomputermit einer großen Anzahl an Presets und einer unserer Meinung nachfantastischen Auswahl mit gutem Klang. In unserem Erfahrungsbericht erfährst du alles, was du über das als "Rhythm Loop Station" vermarktete Gerät des japanischen Herstellers Boss wissen musst.

Funktionsumfang und technische Daten

Die RC-10R ist eine Loop Station mit einer Aufnahmekapazität von sechs Stunden. Deine Loops kannst du in insgesamt 99 Speicherplätzen abspeichern. Die Signalverarbeitung erfolgt bei der RC-10R in hochwertigen 32 Bit. Mit seinen Abmessungen von 10,1 x 13,8 x 6,3 cm und einem Gewicht von nur 620 Gramm ist das Gerät recht kompakt und lässt sich problemlos überall mit hinnehmen. Für die Stromversorgung gibt es allerdings ausschließlich das mitgelieferte Netzteil, ein Betrieb über Batterien wird nicht unterstützt.

Ein- und Ausgänge

Die RC-10R hat eine relativ überschaubare Anzahl an Anschlüssen, was sicher nicht zuletzt dem kompakten Format der Loop Station geschuldet ist. Für den Eingang gibt es zwei große Klinken, die zusammen als Stereo-Eingang benutzt werden können, wobei die erste Klinke auch als Mono-Eingang fungieren kann. Für den Ausgang gibt es ebenfalls zwei große 6,3mm Klinkenbuchsen, die als Mono- oder Stereo-Ausgang verwendet werden können. Eine weitere Klinkenbuchse ermöglich das Anschließen von bis zu zwei externen Fußschaltern oder eines externen Expression-Pedals, um einige Funktionen der Loop Station auf einen externen Schalter zu legen.

An der Seite des Geräts findet sich auch ein MIDI-Ausgang sowie ein MIDI-Eingang, über den die Loop Station gesteuert werden kann. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um herkömmliche MIDI-Buchsen, sondern um zwei kleine 3,5mm Klinkenanschlüsse. Für den Anschluss von MIDI-Geräten ist daher ein Adapterkabel erforderlich, das separat von Boss erhältlich ist.

Neben den MIDI-Anschlüssen gibt es auch noch einen Micro-USB-Anschluss (Typ B), über den die RC-10R mit einem PC oder Mac verbunden werden kann. Ein entsprechendes Kabel ist nicht Teil des Lieferumfangs. Da es sich aber um einen gängigen Anschluss handelt, sollte eventuell zu Hause noch eins übrig sein. Etwas schade finden wir, dass es keine Möglichkeit gibt, eine zusätzliche Audioquelle wie beispielsweise einen MP3-Player oder ein Smartphone anzuschließen. Viele Konkurrenzgeräte bieten zu diesem Zweck einen kleinen Klinkenanschluss, den man bei der RC-10R leider vergeblich sucht.

Hochwertiger Drumcomputer

Das Highlight der RC-10R ist unserer Meinung nach der integrierte Drumcomputer. Dieser bietet mit seinen 280 vorinstallierten Rhythm-Patterns eine Auswahl, die für jeden Geschmack den passenden Rhythmus dabei haben dürfte. Die einzelnen Patterns sind dabei nach Genre geordnet, um einen schnelleren Zugriff zu erlauben: Pop, Rock, Soul, Hip-Hip, Jazz, Electro - kaum ein Genre sollte nicht verfügbar sein. Jedes der vorinstallierten Patterns besteht aus zwei Parts, die beispielsweise für Vers und Chorus verwendet werden können. Beim Wechsel von einem Part zum anderen wird ein Übergangs-Fill gespielt. Ebenso gibt es Intro- und Outro-Fills, die beim Starten und Stoppen des Drumcomputers gespielt werden können.

Zusätzlich zu den bereits installierten Rhythmus-Patterns lassen sich auf der RC-10R bis zu 50 eigene Patterns laden. Dazu können eigens erstellte MIDI Dateien über eine entsprechende Software von Boss von deinem PC oder Mac aus auf das Gerät übertragen. Zu diesem Zweck (aber auch zum Übertragen aufgenommener Loops) lässt sich die RC-10R per USB-Kabel über die integrierte USB-Micro-B-Buchse mit einem Computer verbinden.

Der Klang des Drumcomputers ist unserer Meinung nach ziemlich gut. Die Variationen und Fills sorgen dafür, dass die Rhythmus-Patterns des Drumcomputers natürlicher Klingen als bei Geräten, die keine Fills für Übergänge unterstützen. Die Patterns passen gut zu den jeweiligen Genres und die Auswahl an Patterns ist groß genug, dass keine Monotonie aufkommt. Diese Features sorgen in ihrer Gesamtheit dafür, dass man mit dem Gerät nicht nur Jammen, sondern durchaus auch ganze Songs einspielen kann.

Im diesem Video haben wir einen Metal-Song mit der RC-10R gespielt und den eingebauten Drumcomputer verwendet. Es hat uns sehr viel Freude bereitet, live zwischen den Patterns zu wechseln. Die Steuerung war nach ein bisschen Rumprobieren recht intuitiv und der Song wirkt abgerundet, wenn man mit Leichtigkeit ein Outro-Fill im passenden Moment aktivieren kann.

Boss RC-10R HEAVY METAL

Knöpfe und Schalter

Die Anordnung der Knöpfe und Schalter empfanden wir als sehr aufgeräumt. Auf der Oberseite der RC-10R von Boss gibt es zwei Fußtaster, von denen einer für die Bedienung der Looper-Funktionalität zuständig ist, während der andere den Drumcomputer steuert. Darüber befinden sich zwei LED-Kränze, die entfernt an einen Tachometer erinnern und dir in der Mitte in Textform anzeigen, welcher Looper-Track gerade aktiv ist und in welchem Zustand sich der Drumcomputer gerade befindet. Zwischen diesen Anzeigen befinden sich zwei Drehregler für die Lautstärke vom Loop und dem jeweiligen Rhythmus-Pattern.

Ganz oben links auf dem Gerät gibt es ein kleines LC-Display, das auf zwei Zeilen einige Informationen wie den aktuellen Speicherplatz, das gewählte Pattern, den Takt und die eingestellten BPM anzeigen. Über einen drückbaren Drehregler kann zwischen den Einträgen auf dem Display gewechselt und die einzelnen Werte eingestellt werden. Zu guter Letzt gibt es dann noch zwei kleine Knöpfe für "Menü" und "Exit", die bei gleichzeitigem Drücken auch als Speicher- oder Löschtaste dienen.

Die Bedienung

Die Einstellungen lassen sich im Prinzip allesamt mit dem Drehregler neben dem Display vornehmen. Durch Drücken des Drehreglers wechselt man zwischen den einzelnen Parametern auf dem Display hin und her. Welcher Parameter gerade angewählt ist, zeigt dann jeweils ein kleiner weißer Pfeil an. Die einzelnen Werte lassen sich dann nach der Anwahl durch das Drehen des Reglers einstellen.

Eine gute Entscheidung von Boss war es unserer Ansicht nach, dem Gerät zwei separate Lautstärkeregler für den Pegel von Looper und Drumcomputer zu spendieren, sodass diese Einstellungen direkt und separat vorgenommen werden können. Während des Spielens lassen sich der Looper und der Drumcomputer über die beiden Fußtaster auf dem Gerät bedienen.

Der linke Fußtaster ist für die Bedienung des Loopers vorgesehen. Beim erstmaligen Drücken wird die Aufnahme gestartet, während die letzte Aufnahme durch langes Drücken des Tasters rückgängig gemacht werden kann.

Der rechte Fußtaster startet beim Drücken den Drumcomputer mit dem im Display angewählten Pattern und ein anschließendes langes Drücken des Tasters wechselt von Part 1 des Patterns zu Part 2 - wie einfach.

Positiv hervorzuheben ist bei der Bedienung hier der sogenannte Sync-Modus, der durch langes Drücken des rechten Fußtasters aktiviert werden kann, wenn der Drumcomputer nicht aktiviert ist. Wenn der Sync-Modus aktiviert ist, dann lässt sich der Drumcomputer zusammen mit der Aufnahme mit nur einem Druck des Fußtasters starten.

Einen Power-Knopf hat das Gerät übrigens nicht. Es schaltet sich beim Anschließen oder Abstecken des Netzteils automatisch ein oder aus. Ob einem das gefällt ist natürlich Geschmackssache, aber wir hätten hier einen entsprechenden Schalter eleganter gefunden.

Die Dokumentation für das Gerät ist wie von Boss gewohnt ordentlich. Neben der Bedienungsanleitung gibt es auch noch einen Parameter-Guide im PDF-Format, dem du bereits vor dem Kauf alle verfügbaren vorinstallierten Patterns entnehmen kannst.

Kleinere Schwächen zeigen sich leider bei der Bedienung durch die zwei Fußschalter. Diese haben sehr viele unterschiedliche Funktionen, die nicht alle direkt am Gerät abgelesen werden können. Du brauchst also eventuell am Anfang etwas Übung, bis du die Bedienung aller Features auswendig kannst und die Bedienungsanleitung nicht mehr bemühen musst. Das ist aber kein allzu großer Makel, sondern eher "Meckern auf hohem Niveau".

Wir haben übrigens auch ein Video-Review zum RC-10R veröffentlicht, in dem du dir ein genaues Bild von der Bedienung des Geräts machen kannst:

Top oder Flop? Boss RC-10R Test & Review

Fazit

Die Loop Station RC-10R von Boss bietet neben den üblichen Looper-Funktionen einen durchdachten Drumcomputer mit gutem Klang und vielen Variationen, der dank der zwei verfügbaren Tracks und zwei unterschiedlichen Rhythmus-Parts pro Preset im Prinzip alles dabei hat, um ganze Songs einzuspielen. Das Gerät zählt für uns zur absoluten Oberklasse im Einsteiger-Bereich und sollte auch Fortgeschrittenen Loopern Freude bereiten. Mit aktuell ca. 250 Euro bietet die RC-10R aber leider nur eine kleine Auswahl an Anschlüssen, was sich unserer Meinung nach durch die (nach kleiner Einarbeitung) intuitive Bedienung und den fortschrittlichen Drumcomputer kompensiert - Die notwendigsten Anschlüsse sind auch alle vorhanden.

Trotz kleinerer Schwächen halten wir die RC-10R wegen des sehr guten Drumcomputers für ein empfehlenswertes Gerät, das für Einsteiger und Fortgeschrittene eine ausgezeichnete Wahl ist, mit der man viele Jahre lang Freude haben wird.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen subjektiven Erfahrungsbericht. Wir haften nicht für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der angegebenen Informationen auf denen von uns verlinkten Seiten. Bestimmte Inhalte, die auf dieser Website angezeigt werden, stammen von Amazon. Diese Inhalte werden ‚wie besehen‘ bereitgestellt und können jederzeit geändert oder entfernt werden.

Autor: Loopstation Team
Veröffentlicht am: 07.12.2020
Zuletzt aktualisiert: 20.06.2021

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