Harley Benton Mini Looper - Erfahrungsbericht

Klein, aber fein ... und unverschämt günstig

Harley Benton, eine Eigenmarke vom Musikhaus Thomann, ist vor allem bekannt dafür, brauchbare Gitarren und Bässe zu produzieren, die in ihrer jeweiligen Kategorie meist den günstigsten Preis haben. Möglich macht dies offenbar eine günstige Produktion in Fernost und das Vermeiden jeglicher Zwischenhändler.

Doch nicht nur Instrumente hat die Marke im Programm, auch Effekte und anderes Zubehör gibt es längst von Harley Benton. Bereits seit dem Jahr 2016 ist der Harley Benton Mini Looper auf dem Markt. In unserem heutigen Erfahrungsbericht erörtern wir für dich die Frage: Was taugt ein Looper, der nicht einmal 50 Euro kostet?

Funktionsumfang und technische Daten

Klein ist beim Harley Benton Mini Looper nicht nur der Preis, sondern auch sein Gehäuse. Mit Maßen von lediglich 9,5 x 4,15 x 5,8 cm findet das Gerät wirklich noch überall seinen Platz - im Gigbag sowieso, aber zur Not sogar in der Jackentasche. Und das Gewicht? Mit rund 290 Gramm nur wenig schwerer als ein iPhone 14 Pro Max. Und das trotz Metallgehäuse.

Optisch ist der Mini Looper von Harley Benton kein Monet, muss sich aber trotzdem nicht verstecken. Er hat eine schicke rote, leicht glänzende Lackierung. Auf der Oberseite prangt das Harley-Benton-Logo sowie ein Looper-Schriftzug, der mit einem Play-, einem Record- und einem Stopp-Symbol verziert ist. Die (echten) Bedienelemente sind in Chrom-Optik gehalten. Insgesamt also ein durchaus vorzeigbares Gerät. Die Unterseite ist mit einem Material versehen, das ein Wegrutschen des Loopers beim Verwenden weitestgehend verhindert.

Nicht ganz so schick ist unserer Meinung nach aber Folgendes: Das Kleingedruckte findet sich ausgerechnet an der zum Gitarristen zeigenden Seite, inklusive besonders groß gedrucktem "Made in China". Warum Harley Benton das "Impressum" nicht lieber auf die Unterseite des Geräts drucken lässt, ist uns ehrlich gesagt ein Rätsel.

In Sachen Bedienelementen zeigt sich der Mini Looper übrigens bewusst minimalistisch: Es gibt lediglich einen Fußtaster, einen Drehregler sowie eine mehrfarbige LED. Der Fußtaster ist beim Gerät im Prinzip für alles zuständig - bis auf die Lautstärkereglung, die der Drehregler übernimmt. Die LED zeigt dir, in welchem Status sich das Gerät gerade befindet.

Ein Display kannst du zu einem solch geringen Preis natürlich nicht erwarten. Es wäre aber ohnehin eher sinnlos, weil die Funktionalität so einfach gehalten ist. Denn Zusatzfunktionen bietet der Harley Benton Mini Looper nicht. Es gibt keine integrierte Drum Machine, kein Metronom, kein Tap Tempo, keine Einstellungen für das Ende von Overdubs oder für das Verändern der Geschwindigkeit. Das bedeutet aber eben auch, dass du als Einsteiger einfach schnell loslegen und erste Erfahrungen mit Loops sammeln kannst, ohne dich mit irgendwelchem Schnickschnack befassen zu müssen. Eine Lernkurve gibt es bei dem Gerät schlichtweg nicht.

Die Verarbeitung des Mini Looper ist für den geringen Preis wirklich erstaunlich solide. Es wackelt und klappert nichts, lediglich der Lautstärkeregler könnte vielleicht noch eine Nummer stabiler sein. Aber Angst, das Gerät mit dem Fuß aus Versehen zu zerstören, musst du Dank des Metallgehäuses definitiv nicht haben.

Die Aufnahmezeit kann sich ebenfalls durchaus sehen lassen: Ganze zehn Minuten lang kann dein Loop beim Harley-Benton-Gerät sein, was für fast alle denkbaren Songs ausreichen dürfte. Die Anzahl an Overdubs ist nicht limitiert.

Bei der Klangqualität gibt es beim Mini Looper eigentlich nichts auszusetzen. Lediglich Gitarren, die ein besonders starkes Ausgangssignal haben (insbesondere einige aktive Gitarren, die das Signal von sich aus bereits verstärken), können bei einer hohen Anzahl an Overdubs zu leichten Verzerrungen führen.

Anschlüsse und Konnektivität

Auch bei den Anschlüssen musst du beim Harley Benton Mini Looper mit dem Allernötigsten vorliebnehmen. Auf der Ausgangsseite steht dir ein 6,3-mm-Klinkenausgang zur Verfügung und ... das war es schon. Auf der Eingangsseite bietet sich das gleiche Bild: Ein 6,3-mm-Klinkenanschluss ist alles, was du bekommst. Es gibt weder einen Aux-Eingang, noch einen USB-Anschluss.

Ansonsten hat der Looper nur noch einen 9-V-DC-Netzteilanschluss. Nicht einmal das Netzteil ist im Lieferumfang dabei. Falls du also nicht zufällig noch irgendwo ein passendes herumliegen hast, wirst du dir zwangsläufig auch das  für 10 Euro mit in den Thomann-Warenkorb legen müssen. Aber selbst dann ist die Anschaffung noch günstiger als bei den Mitbewerbern.

Ein Batteriebetrieb ist leider nicht vorgesehen, insofern ist das Gerät ohne das zusätzliche Netzteil nicht einsatzbereit. Eigentlich etwas schade, denn der Betrieb mit Batterien wäre bei einem Gerät dieser Bauart unserer Meinung nach durchaus sinnvoll gewesen.

Für Einsteiger dürften diese absolut minimalistischen Anschlüsse unserer Erfahrung nach ausreichen. Allerdings solltest du bedenken, dass das Gerät keinen Aux-Eingang bietet. Einen iPod oder ein Smartphone kannst du hier also nicht anschließen, um etwa einen Backing-Track einzuspeisen und dazu zu jammen. Und da der Harley Benton Mini Looper auch kein USB oder eine sonstige Schnittstelle bietet, gibt es auch keine andere Möglichkeit, Backing-Tracks zu verwenden.

Die Anschlüsse in der Übersicht:

  • 1x Instrumenteneingang (1x 6,3-mm-Klinke, 470 kOhm Impedanz)
  • 1x Ausgang (1x 6,3-mm-Klinke, 100 kOhm Impedanz)
  • 1x Netzteilanschluss (9 V, 94 mA, Minus am Innenleiter)

Die Bedienung

Die Bedienung ist beim Harley Benton Mini Looper wirklich kinderleicht zu erlernen. Kein Wunder, denn der Bodentreter kann ja auch wirklich nur das Nötigste. Die Aufnahme startest du durch einfaches Drücken des Fußschalters. Im Aufnahmemodus leuchtet dann die über dem Schalter befindliche LED rot.

Drückst du im Aufnahmemodus den Fußtaster erneut, so wechselt das Gerät in den Wiedergabemodus und die LED leuchtet folglich grün. Einen Overdub startest du im Wiedergabemodus dann durch ein erneutes Drücken des Fußschalters. Den Wechsel von Wiedergabe zu Overdub kannst du beim Mini Looper beliebig oft ausführen, denn die Anzahl der Overdubs ist nicht begrenzt.

Willst du deine Aufnahme löschen, musst du während der Wiedergabe oder der Aufnahme eines Overdubs den Fußtaster mindestens zwei Sekunden lang gedrückt halten. Ob das geklappt hat, siehst du daran, dass die LED zweimal kurz hintereinander blinkt. Falls du dich doch umentscheiden solltest, kannst du den Fußtaster erneut zwei Sekunden gedrückt halten, um die letzte Aufnahme wiederherzustellen.

Für das Beenden der Wiedergabe drückst du den Fußtaster einfach kurz zweimal hintereinander. Anschließend kannst du dann bei Bedarf alle Aufnahmen löschen, indem du den Schalter zwei Sekunden lang gedrückt hältst.

Eine Bedienungsleitung gibt es von Harley Benton zwar, dabei handelt es sich allerdings lediglich um ein kurzes Leaflet. An dieser Stelle würden wir das bei komplizierteren Geräten jetzt bemängeln. Der Harley Benton Mini Looper ist allerdings so simpel gestrickt, dass eine ausführlichere Anleitung wirklich einfach nicht nötig ist. Die Anleitung stellt Thomann übrigens auch online zur Verfügung.

Alles in allem ist die Bedienung des Loopers also wirklich denkbar einfach. Du wirst hier als Einsteiger vor keine Hürden gestellt. Zusatzfunktionen, die du erst erlernen musst, gibt es beim Mini Looper nicht. Du kannst dich daher voll darauf konzentrieren, den grundlegenden Umgang mit Loopern zu erlernen.

Fazit

Beim Harley Benton Mini Looper bekommst du für 50 Euro, was für den Preis zu erwarten ist: Ein Looper mit den üblichen Grundfunktionen und sonst nichts. Ein Gerät mit lediglich einem Ein- und einem Ausgang. Es gibt beim Mini Looper kein XLR, kein USB, kein WLAN, kein Bluetooth und nicht einmal einen Aux-Eingang.

Aber als Anfänger brauchst du vermutlich auch nicht mehr als das, was Harley Benton hier im Gepäck hat. Zu bedenken gibt es für dich als Einsteiger bei dem Gerät im Grunde nur, dass es wegen mangelnder Konnektivität auch nicht ermöglicht, einen Backing-Track zu verwenden.

An der Soundqualität haben wir beim Mini Looper von Harley Benton für den Preis nichts auszusetzen. Verwendest du eine aktive Gitarre mit einem starken Signal, dann holst du dir aufgrund möglicher Verzerrungen bei Overdubs aber vielleicht lieber den rund 30 Euro teureren Ditto-Looper von TC Electronic.

Wir können dir ansonsten den Harley Benton Mini Looper als deinen ersten Einstieg in die Welt der Loop Stations empfehlen. Das Gerät bietet Einsteigern alles, was sie benötigen, und verwirrt dich nicht mit irgendwelchen Zusatzfunktionen.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen subjektiven Erfahrungsbericht. Wir haften nicht für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der angegebenen Informationen auf denen von uns verlinkten Seiten. Bestimmte Inhalte, die auf dieser Website angezeigt werden, stammen von Amazon. Diese Inhalte werden ‚wie besehen‘ bereitgestellt und können jederzeit geändert oder entfernt werden.

Autor: Loopstation Team
Veröffentlicht am: 26.11.2022
Zuletzt aktualisiert: 26.11.2022

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